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Nuri Sahin – Antalyaspor: Über Nacht zum Cheftrainer

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Nuri Sahin gilt als Trainertalent und genießt durch seine Spielerkarriere eine besondere Aufmerksamkeit.
Deniz (@DenizimHalbraum) hat sich mit seinem Spiel beim türkischen Fußballverein Antalyaspor beschäftigt. Spielprinzipien, besondere Merkmale und Bereiche, die noch Entwicklungszeit benötigen, werden in dieser Analyse beleuchtet.
Auch seine Übernahme am 9. Spieltag in der vergangenen Saison war für Sahin ein Cut: Vom Spieler zum Trainer – innerhalb einer Nacht.

Nuri Sahin und die Übernahme von Antalyaspor als Trainer – Die Story

Nach dem 8. Spieltag der Süper Lig in der Saison 21/22 entließ der türkische Verein Antalyaspor seinen Trainer Ersun Yanal.
Platz 14, 8 Punkte, Torverhältnis von 8:12, 1.5 Gegentore – bei einem geschossenen Tor pro Spiel. Das waren die Statistiken von Yanal.
Nuri Sahin war zum Zeitpunkt der Entlassung noch Spieler und wurde über Nacht „Spielertrainer“ der laufenden Saison.
Sahin stabilisierte zunächst die Abwehr:
Vom 9. bis zum 22. Spieltag agierte seine Elf in einer 3er-, respektive 5er-Kette und holte aus seinen ersten 8 Spielen 13 Punkte, bei 12:11 Toren.
Nach der Stabilisierungsperiode, folgte die erste Ergebnisdelle. Vom 17. – 22. Spieltag konnte Antalya nur 2 Punkte einfahren und musste erneut 11 Gegentore schlucken.
Sahin reagierte – mit Blick auf seinen Kader – mit einer Umstellung der Grundordnung, die sehr erfolgreich war:
Das 4-2-3-1 war die Formation, mit der Sahin die laufende Saison ungeschlagen beendete und in den restlichen 16 Spielen 36 Punkte einfuhr (2,25 Punkte pro Spiel). Dabei kassierte der Verein nur 13 Gegentore, bei 31 geschossenen Toren.
Die Saison beendete Antalyaspor unter Sahin also auf Platz 7 – mit 59 Punkten aus 38 Spielen.
In der Sahin-Tabelle bedeutete das für seine Elf: Platz 5.

Die Spielzeit 22/23 ist seine erste als offizieller Trainer. Aktuell rangiert seine Mannschaft auf dem 10. Platz (Stand: 13.04.23).
So, wie in letzter Saison, ist Sahins Hauptformation das 4-2-3-1/ 4-4-2, welche gegen den Ball auch schnell in ein 4-4-1-1 kippt.

Üblich, und typisch für einen Trainer, der ein spielstarker Sechser war, setzt Sahin im Ballbesitz auf ein gepflegtes Passspiel.
Sahin ist in erster Linie aber auch pragmatisch und anpassungfähig. Als seine Mannschaft in der laufenden Saison viele, einfache individuelle Fehler im Ballbesitzspiel begann (z. B.: Torhüter und Innenverteidiger spielen wiederholt im kurzen Abstoß unbedrängt Bälle in den gegnerischen Fuß) setzte der junge Trainer auf lange Bälle, und studierte Abläufe ein, die dem Team helfen sollen, auch im langen Ball Linien zu überspielen.

Die Spielanalyse

Aufbau mit Torwart

In der Spieleröffnung mit dem Keeper agiert Antalyaspor immer in einer 3-2 Struktur. Durch die Einbindung dessen, erzeugen sie Überzahl in der ersten Linie (z. B. gegen zwei anlaufende Stürmer).

Unter Druck und auf Ballseite schieben die beiden Sechser mit, sind dabei in ihrer Positionshöhe sehr flach. Dabei ist Sahin wichtig, dass sie die diagonale Passlinien offen halten, denn: Antalya möchte früh linienbrechend agieren und öffnen durch die flache Positionierung der Sechser Zwischenräume in der dritten Linie, die ihre Zehner durch Abkippbewegungen nutzen.

Oder: Sie nutzen typische „Spiel-Geh“-Muster (die aus der Spielphilosophie des „Relationism“ entstehen), in der die ballführenden Außenverteidiger die Zwischenräume im Doppelpass attackieren.

In ihren Strukturen setzt Sahin auf das Prinzip der Rautenbildung, sodass der Ballführende im Optimalfall mindestens drei Passlinien zur Option hat.

Spieleröffnung

„Überzahl in erster Linie und Angriffsmomentum kreieren“

In der statischen Spieleröffnungsphase im ersten Drittel spielt Antalyaspor aus dem Prinzip des Überzahlspiels in der ersten Linie gegen zwei gegnerische Stürmer in einem 3er-Aufbau. Dabei fällt einer der Sechser in, oder neben die Kette, während der zweite Sechser als Anker im Zentrum positioniert ist. Des Weiteren stehen beide Außenverteidiger flach und in einer Linie mit dem Ankersechser, sodass sich eine 3-3 Struktur ergibt, die in die Breite gezogen wird. Die hohe und zugleich tiefe Personalanzahl erzeugt auch hier große Zwischenräume im Mittelfeld.

Dadurch, dass Antalya ihre Spieleröffnung mit sechs (flachen) Spielern stärkt, sind sie meist im letzten Block -1 in Unterzahl.
Allerdings schafft die Elf von Nuri Sahin durch die aufkommende Dynamik und aus dem Momentum frühe Tiefe, die bespielt, oder im Dribbling attackiert werden.

Mittelfeldspiel

„Zwischenräume kreieren“

Im Mittelfeld eröffnet Antalya in 3-1+1 Strukturen auf, bei der die zweite und dritte Linie von einem Sechser und Zehner besetzt werden. Durch die breite Positionierung der Außenverteidiger, binden die nominellen Flügelspieler im Halbraum in 1vs1-Zuteilungen.

Neben der klassischen Gegnerbindung des Stürmers in letzter Linie, sind asymmetrische Verhalten der beiden Flügelspieler typisch. Durch den Tiefgang der ballfernen Außenspieler, öffnet sich der diagonale Raum für die ballführenden in erster Linie, den der Zehner besetzt.

Zwischenräume sind Sahins spielentscheidende Zone. Diese ständig zu vergrößern und schließlich personell zu besetzen, ist sein primäres Ziel.
Sahin gibt dafür auch mal den Sechser-Raum her, in dem er diese Linie nur einfach besetzt und zudem die letzte Linie weit hoch schiebt. Das entstehende Vakuum zwischen dem Sechser und der letzten Offensivlinie nutzt Antalyaspor z. B. durch long-line Pässe, die von Flügelspieler erlaufen und anschließend in der Innenbahn attackiert werden.

Typische gegenläufige Bewegungen öffnen dann Schnittstellen innerhalb der gegnerischen Abwehrkette für Tiefenpässe.

Überzahlen im Mittelfeld herstellen – Die Rolle der Außenverteidiger

„Überzahlen kreieren“

Um Überzahl in Halbräumen, oder auf dem Flügel herzustellen, arbeitet Sahin mit seinen Außenverteidigern gerne in flachen Positionen.
Dabei werden grundsätzlich die gegnerischen Außenverteidiger durch Antalyas Flügelspieler im Halbraum in höheren Zonen gebunden (Prinzip: Zwischenräume kreieren). Agiert dann der ballnahe Außenverteidiger – i. d. F. LV Vural – flach, entsteht das Vakuum auf dem Flügel, welches dynamisch über den Sechser bespielt wird.

Von da aus ist meist der gegnerische Außenverteidiger in Unterzahl und zudem in Entscheidungsnot: „Gehe ich mit dem vertikal einlaufenden Offensivspieler, oder stelle ich im Halbraum zu?“

Kann der Halbraum bespielt werden, wird diese Zone präferiert, weil Sahin stets die direkte Tiefe in Richtung Tornähe bespielen möchte:
Der Stürmer läuft dann bereits ein.


„Lange Bälle“


Sahin ist jedoch auch sehr „deutsch“ geprägt in seiner Spielanlage. In der laufenden Saison spielt seine Mannschaft in der Süper Lig die meisten langen Bälle aller Teams (47.55 je 90 Minuten). Mit der Bundesliga kann er in diesen Werten nicht vollends „konkurrieren“ (zum Vergleich: VfL Bochum schlägt mit 59.63 die meisten langen Bälle der Liga, gefolgt von Werder Bremen mit 57.78), allerdings pflegt Sahin auch bei diesem Spielmittel den Gedanken, Überzahlsituationen zu kreieren.
Die Asymmetrien dienen dazu, ballfern Überzahl zu schaffen. Während man ballnah fällt, schiebt man ballfern hoch. Mittels Chipbällen hinter die Kette erzeugt Sahin erst Gleich-, dann Überzahl, wenn Bälle erfolgreich abgelegt werden können, die dann der ballfern hochgeschobene Außenverteidiger bespielt bekommt.

Aber natürlich bleibt bei dieser Anzahl an lang gespielten Bällen nicht aus, dass auch einfache lange Pässe, die, die „einfache Tiefe“ suchen sollen, im Repertoire von Nuri Sahin sind.

Offensivspiel im Angriffdrittel

„Wie gelangt Antalyaspor ins letzte Drittel?“

Ins letzte Drittel gelangt das Team über ihr Positionsspiel, welches flexibel in der Positionsausfüllung besetzt ist.
Mindestens drei Spieler besetzen die letzte Linie (ballferner AV, ein Stürmer, sowie ein Flügelspieler), während die beiden Zehner in den Zwischenlinien agieren.
Die Zehner schwimmen in ihrem Positionsspiel, sodass sie „irgendwann“ den letzten Verteidiger auch in die Bindung bekommen. Finden dann gegensätzliche Bewegungen statt, ist die Tiefe verfügbar, die der Stürmer attackiert.

„Spiel im letzten Drittel“

Gegen einen tiefstehenden Gegner agiert Sahins Elf in einer 3-1-6 Struktur.
Dabei verfolgen sie das Ziel Überzahl im Zentrum zu kreieren.
Entscheidet zum Beispiel der ballführende Sechser sich auf eine Ballseite zu bewegen, schieben die ballnahen Offensivakteure in letzter Linie mit und binden so drei Verteidiger.
Die Zehner können sich dadurch in seitlichen Positionierungen hinter den gegnerischen Sechsern und vor der Abwehrkette bewegen und Überzahl kreieren.

Dabei schießen die beiden Außenverteidiger hoch; der Ballnahe attackiert klassisch die Flügel, während der Ballferne in seiner Positionierung die relative Breite abdeckt.
Nach Ballerhalt des Zehners, hat dieser durch das Positionsspiel und Laufwege der anderen, vertikale, wie diagonale Passwege offen.

„Boxbesetzung und Einlaufverhalten der Offensivakteure“

Im Angriffsdrittel agieren die Flügelspieler nur so breit wie nötig, also in relativer Breite.
Das bedeutet, dass die Flügelspieler ballfern einrücken und Räume für überlaufende Außenverteidiger schaffen, die in einer 3+1 Restverteidigung abgesichert werden.

Die Boxbesetzung ist ein Thema: Antalya flankt nicht oft (11,43 mal pro Saison – Platz 16 im ligainternen Ranking), aber erfolgreich. Mit Vural hat Sahin einen Linksverteidiger mit Offensivdrang, der zudem die viert-meisten Flanken, aller LV in der Süper Lig, schlägt.
Mit Stürmer Haji Wright (1,93 m) haben sie dafür einen klaren Zielspieler.

Die Defensive

Nuri Sahin ist ein Trainer, der in Puncto Pressing- und Intensität modern agiert.
In 4-2-3-1 Strukturen presst er meistens aus einem höheren Mittelfeldpressing heraus stets aktiv und sucht frühzeitig Auslöser, um ins Angriffspressing zu gehen.
Der PPDA-Wert von 10,1 (im Ranking der Süper-Lig auf Rang 6.) und die Herausforderungsintensität von 5,7 (5.) belegen diese These.
In seiner Art zu pressen ist Sahin ziemlich direkt. Das Ziel ist es, den Gegner erst auf eine Seite zu lenken und dort über unmittelbaren Druck Ballgewinne zu erzielen, oder zumindest zu erzwingen, dass der Gegner zurückweichen muss und neu eröffnet. Das nutzen sie wiederum als Pressingauslöser, um den Druck so hoch wie möglich zu halten.

Die Details:

Gegen einen 3er-Aufbau, agiert die Sahin-Elf im ersten Pressingblock zwar in Unterzahl (4 vs. 5), hat aber durch die Staffelung der Flügelspieler stets 1-vs.-1-Zuteilungen gegen die Innenverteidiger und dadurch Zugriff im Vorwärtspressing.
Der Zehner Fredy stellt gegen den 3-2 Aufbau einen der beiden Sechser zu.

Antalya wartet, dass der Gegner sich für eine Seite entscheidet, um auf dem Flügel für Überzahl zu sorgen, die wiederum dem Gegner die progressiven Passmöglichkeiten nehmen sollen.
Beide Sechser schieben auf Ballseite, sodass der Ballnahe den Raum für den ballführenden verengen, und der Ballferne gegnerische Tiefenläufe aufnehmen kann.

Spielt der Gegner anschließend den provozierten Rückpass zum Innenverteidiger, ist das Angriffspressing ausgelöst. Dabei agieren die im Vorwärtspressing-involvierten Spieler mannorientiert, während der Stürmer Wright im Bogen den Torhüter durchpresst und diesen zwingt, den langen Ball zu schlagen.

Sahins Probleme mit seiner Mannschaft beginnen, wenn beide Sechser, die sich mannorientiert verhalten, zu „gierig“ werden und durch das Positionsspiel des Gegners große Zwischenräume in Halbräumen und im Zentrum hergeben.
Es entstehen auf dem ganzen Platz 1-vs.-1 Duelle und der Gegner hat die Möglichkeit, den Angriff im Zentrum aufzulösen.

Durch den frühen Druck, den Sahin auf den Gegner ausüben möchte, spielen die ersten beiden Pressinglinien hoch und kompakt, um den Druck a) aufzubauen und b) diesen aufrecht erhalten zu können.
Die Sechser stehen in dritter Linie im Dilemma:
-> Sichern sie den Zwischenraum im Rücken und lassen sich fallen, oder
-> rücken beide vor, um direkten Zugriff auf den Gegenspieler in Manndeckung zu bekommen?

Durch die vorhin beschriebene Mannorientierung der Sechser, entscheiden sich diese meist für den „offensiveren“ Weg und öffnen so Zwischenräume vor der eigenen Abwehrkette.
Spielen die Gegner zum Beispiel lange Bälle in ihre letzte Linie, verliert Antalyaspor an Präsenz rund um den zweiten Ball.

Das Mittelfeldpressing

Im Mittelfeldpressing staffelt Sahin seine Jungs in 4-4-1-1 Strukturen.
Dabei agieren sie gegen einen 2er-Aufbau mit einem Stürmer, sind somit in erster Pressinglinie in Unterzahl, und +1 Überzahl in letzter Linie.
Ziel ist es, beginnend mit dem Stürmer Wright, den Gegner auf eine Seite zu lenken:
Dahinter agiert Antalya ballnah mannorientiert: Zehner Fredy deckt den Solo-Sechser, Akyol deckt den gegnerischen Achter.

Ist der Gegner auf die Seite gelenkt, pressen die Spieler in Ballnähe vor- und rückwärts aggressiv und dabei mannorientiert zum Gegenspieler.
Das Ziel: den Raum für den Gegner so eng wie möglich gestalten, durch das Rückwärtspressing diagonale Passlinien schließen und numerische Überzahl schaffen.

Eröffnet der Gegner aus einer 2-2 Struktur auf, rückt neben Antalyas Zehner, der ballnahe Achter raus.

Die Unterzahl im Mittelfeld (3 vs. 4) fängt der ballnahe Flügelspieler auf, der in den Halbraum einrückt und den Gegner auf die Flügel lenkt.

Danach kann Antalya wieder verschieben und mannorientiert rückwärtspressen.

Antalyaspor führt mit durchschnittlich 65 Zweikämpfen gegen den Ball die fünft-meisten der Liga. Ein Grund dafür ist, dass Sahin viele Spieler mannorientiert verteidigen lässt. So auch situativ die Außenverteidiger, die im Halbraum aus der Kette vertikal rausschießen, um auf einen Gegenspieler Zugriff zu bekommen.

Dadurch, dass die Doppel-Sechs auch stark in Mannorientierung verteidigt, steht die Abwehrkette relativ tief. Das ermöglicht zwar größere Zwischenräume hinter den Sechsern, dafür ist die Tiefensicherung in Kontrolle, die nötig ist, wenn bspw. der Außenverteidiger rausrückt.

„Sahins Schwächen“

Die beiden Sechser haben in verschiedenen Pressingauslösern stets die Aufgabe, mannorientiert den Gegenspieler vorwärts zu pressen. In tieferer Staffelung sind das dementsprechend weite vertikale Pressingwege, die zu Folge haben, Zwischenräume erneut zu öffnen.

Diese kann der Gegner einfach und zugleich vertikal bespielen.
Spielen die Gegner über die Flügel, fehlt das Personal im Rückraum zur Flankenverteidigung.

In Kombination der – vorhin beschriebenen – tiefen Abwehrkette und den hoch gestaffelten Sechsern, fällt es den Gegnern leicht Linien zu überspielen.

Die Abwehrkette muss nach Zuspiel zunächst fallen, um nicht überspielt zu werden, wiederum später wieder rausschieben, um Druck aufbauen zu können. Rückt ein Innenverteidiger raus, muss ein Außenverteidiger einrücken, was dem Gegner Möglichkeiten in der Breitenpositionierung gibt.

Fazit: Ein junger Trainer, der adaptiv sein möchte

Nuri Sahin ist in seiner ersten vollen Trainersaison. Mit einer Mannschaft, und in einer Liga, die technisch sicherlich nicht zu den stärkeren in Europa gehört.
Der 34-Jährige Trainer ist einer, der über seine Prinzipien nicht verhandelt. Die Basis für jeden Trainer, der erfolgreich arbeiten möchte.
Dabei hat Sahin ein Kernelement, das ihn auszeichnet:
Ja, Sahin möchte Fußball spielen. Und ja, er hat klassische Strukturen und in dieser typische Abläufe, die Teams mit einer ballbesitzorientierten Spielanlage besitzen, aber:
Sahin ist auch adaptiv.
In einem Interview, vor Saisonbeginn, erzählt der ehemalige Mittelfeldspieler, dass er von seinem Mentor gefragt wurde, wofür er als Trainer steht. Seine Antwort: adaptiv (Minute 5:02´).
Diese Eigenschaft lässt sich in der Handschrift Sahins ablesen:
Er lehnt frühe, lange Bälle nicht ab – ganz im Gegenteil: Wenn er erkennt, dass sich seine Mannschaft in Phasen damit wohler fühlt, überlegt er sich, wie er mit diesem Stilmittel Dinge vorbereiten und dabei weiterhin Linien überspielt, um ins letzte Drittel – mit Überzahl – zu gelangen.
Eine Anpassungsfähigkeit, zum Wohle der Mannschaft, ohne dabei seine Identität zu verlieren – eine gute Basis für Nuri Sahin.

Dass er in seiner Entwicklungszeit speziell das intensive Spiel gegen den Ball noch coachen und in eine Balance bekommen muss, wurde in den Spielanalysen deutlich:
Die Mannschaft hatte teils mit der Intensität zu kämpfen, die sich auf das Verhalten im Defensivdrittel bemerkbar machte. Die Spieler wirkten in diversen Situationen nicht aktiv genug, und so, als würden sie die Aufmerksamkeitsspanne verlieren.

Zusammenfassend:
Nuri Sahin zeigt vielversprechende Eigenschaften als Trainertyp, und eine Spielidentität, die attraktiv sein kann, dabei stets den Erfolg im Vordergrund sieht.


Wenn ihr Fragen zu Nuri Sahin habt, scheut euch nicht, mich anzusprechen.

Nuri Sahin – Antalyaspor 22/23.

Eine Analyse von Deniz (@DenizimHalbraum).

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