StartAnalysenAdventskalender #13: Die Fohlen verlieren bei Union Berlin: 3 für 3!

Adventskalender #13: Die Fohlen verlieren bei Union Berlin: 3 für 3!

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Am verganenen Samstag stand für die Fohlen das Gastspiel beim 1.FC Union Berlin auf dem Programm. Die Köpenicker gewannen im ersten Spiel vom neuen Trainer Bjelica mit 3:1 gegen die Borussia. Das Spiel verloren die Borussen vor Allem in 3 Punkten, wie @marc findet.

Problem 1: Die fehlende Frische im Kopf

Bereits nach 20 Minuten muss Union Berlin eigentlich 1:0 in Führung gehen, als Kevin Behrens frei vor Torwart Moritz Nicolas auftaucht. Der ehemilge Leihspieler der Gastgeber wäre gegen den Lupfer des Berliner Stürmers machtlos gewesen, jedoch setzt dieser ihn knapp drüber. Dass er aber überhaupt in diese Szene kommt, ist eine Co-Produktion von Nico Elvedi und Max Wöber. Beide verschlafen es den Laufweg von Behrens aus der Tiefe aufzunehmen. Die Verlängerung von Gosens per Kopf ist natürlich gut, aber Elvedi hat 4-5 Meter Vorsprung, nimmt Behrens allerdings nicht war und bekommt kein Kommando von Wöber, welcher seinerseits auf nicht an den Laufweg von Behrens denkt.

So ist es dann kurz darauf ein Elfmeter, der für die bis dahin hochverdiente Führung der Gastgeber sorgt. Die Entstehung fällt dabei ins das gleiche Muster, wie bereits die Großchance von Behrens kurz zuvor. Dass die Hereingabe von Gosens zu weit kommt, erkennt Volland sehr früh, ist wach und kann sich absetzen an den zweiten Pfosten. Luca Netz hingegen verschläft diese Tatsache und orientiert sich viel zu zentral, wodurch er letztlich den Ball unterläuft. Dass Volland ihm dann an die Hand köpft, ist für den gebürtigen Berliner natürlich unglücklich und dennoch steht die Tatsache, dass er nicht in das Kopfballduell kommt, weil er die Flugbahn des Balles zu spät erkennt.

Problem 2: Die Mischung aus Tiefe und Verbindungsspiel

Aus dem Ballbesitz heraus kommen die Fohlen selten in die unten dargestellte Szene. Wenn sie sich jedoch durch einen zweiten Ball mal eine solche Situation erarbeiteten, dann folgte oft eine falsche Entscheidung in Co-Produktion. Reitz will Pléa den Ball in den Fuß spielen, während dieser die Tiefe attackiert. Zudem ist Cvancara situativ auf den Flügel ausgewichen nach Honorats Bewegung ins Zentrum und wäre die vermutlich bessere Option für das Anspiel gewesen. In Summe steht der Ballverlust in der Vorwärtsbewegung. Dieses Problem zeigte auch Cvancara des Öfteren, als er statt im Verbindungsspiel für Honorat oder Netz zu agieren, die Tiefe attackiert und die Fohlen keine Lösung im Ballbesitz finden.

Problem 3: Das Ping Pong Spiel

Union Berlin stand in der Vergangenheit unter Urs Fischer und steht nun unter Trainer Bjelica nicht für das Ballbesitzspiel, wie man es von Teams wie Stuttgart oder Leverkusen kennt. Sie wollen vielmehr den Aufbau überbrücken, indem sie direkt lang schlagen und auf zweite Bälle im Anschluss gehen, um daraus vertikal zu spielen. Die Fohlen überspielen zwar auch gerne mal ein hohes Pressing des Gegners mit einem Chipball auf den zentralen Stürmer, um aus der Achterposition in den Anschluss zu kommen, jedoch klappte dies in Berlin nie. 2 Gründe waren hierfür ausschlaggebend, zum Einen versuchte Cvancara meist erfolglos die Bälle fest zu machen, zum anderen versuchten die Fohlen es nahezu ausschließlich mit diesem Spiel gegen Union. Natürlich liegt dieses Spiel Union im eigenen Ballbesitz, wodurch sie auch gegen den Ball immer wieder Lösungen parat haben. Umso wichtiger wäre es gewesen, im eigenen Ballbesitz aus Borussensicht häufiger in ein geordnetes Positionsspiel zu kommen, um Union aus der Position ins Pressing zu locken und dieses dann flach zu überspielen. Stattdessen folgte nahezu ausschließlich oft der lange Ball, den man selten im ersten oder zweiten Ball in den eigenen Reihen halten konnte.

Fazit: So gewinnt man nicht in Köpenick

Mal ganz davon abgesehen, dass die personelle Situation der Fohlen nicht rosig war, war die Leistung nicht ausreichend, um für Punkte beim Gastspiel an der alten Försterei in Frage zu kommen. Natürlich war Union mit knappen 10 Tagen Pause den Fohlen mit derer 3 Tagen nach 120 Minuten und dem dritten Spiel binnen 7 Tagen körperlich im Vorteil, dennoch definiert sich Erfolg nicht alleine über die Frische. Festzuhalten bleibt, dass die Fohlen individuelle Fehler von dem 1:0 und zwischenzeitlichen 3:0 (Fehlpass Elvedi) machten und selbst kaum zu Chancen kamen. Lässt man sich gegen Union auf dieses ständige Ping Pong der langen Bälle ein, ist es fast egal, wer auf dem Rasen steht, man wird es immer sehr schwer haben. Hoffen wir, dass es gegen Bremen besser wird.

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